Aktuelles Kanton

 

Das Wort hat der Präsident

Wortmeldung 02

Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbandes ASIP, zur Sanierung der 2. Säule

(Bund, 10.10.2018, Seite 7: „Es sollte keine Verlierergeneration geben“)
Zusammenfassung des Artikels
Jedes Jahr werden in den Pensionskassen 7 Milliarden Franken zulasten der Arbeitnehmenden umverteilt. „Das ist unhaltbar“ sagt Hanspeter Konrad, Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbandes ASIP. Grund dafür sei der zu hohe Umwandlungssatz. Konrad fordert, dass der Bund nicht mehr den Umwandlungssatz im Gesetz festlegen soll, sondern nur noch ein Leistungsziel.

Link  zu besagtem Artikel  von  Hanspeter Konrad in  PENSIONSKASSEN mit uns – für uns ->http://mit-uns-fuer-uns.ch/blog/die-umverteilung-von-jung-zu-alt-ist-unhaltbar

Christoph Zürcher, ehemaliges Mitglied der VK BLVK, hat mich (Jürg Boss) autorisiert, seine kritischen Anmerkungen zum obgenannten Bund-Artikel zu veröffentlichen (nachstehend in verkürzter Form).

  1. Der Pensionskassenverband ASIP, dem Herr Konrad als Direktor vorsteht, ist dominiert von den privaten Pensionskassen und vor allem durch die grosse Privatassekuranz. Die öffentlichen Pensionskassen sind in der ASIP in der Minderheit. Sie haben keinen grossen Einfluss, entsprechend werden ihre Interessen nicht vertreten. Die öffentlich-rechtlichen Pensionskassen haben ganz andere Interessen und sollten einen eigenen Verband bilden, in dem die Interessen der Versicherten im Vordergrund stehen würden.
  1. Der Artikel geht von einer polemischen Prämisse aus. Die erste Frage der Journalistin lautet: „Herr Konrad, 7 Milliarden Franken werden jedes Jahr in den Pensionskassen umverteilt“. Diese Zahl ist eine Fantasiezahl, die in keiner Weise erhärtet ist. Eine gewisse Umverteilung findet sicher statt, aber niemals in dem behaupteten Ausmass. Demgegenüber müsste aufgerechnet werden, was die heutige Rentnergeneration seit Jahren an Einbussen hat verkraften müssen. Allein schon durch die Teuerung sind seit 1990 die Renten der BLVK um rund 20-25% entwertet worden. Dazu kommen für die jüngeren Rentnerjahrgänge massive Beitragserhöhungen, Senkungen des Umwandlungssatzes im überobligatorischen Bereich und Verluste durch sinkende Mindestzinse. Diese Entwicklung sollte einmal transparent dargestellt werden. Überdies haben die heutigen Rentnerjahrgänge jahrzehntelang die AHV-Renten und zum Teil auch die BVG-Renten ihrer Vorgängergenerationen mitfinanziert. Wer 1948 pensioniert wurde, erhielt eine AHV-Rente, für die er nie Beiträge entrichtet hatte.
  1. Herr Konrad beklagt, dass die „Stellschraube „ … schon 2010 falsch justiert worden sei, als das Stimmvolk die Senkung des Umwandlungssatzes ablehnte.“ Mit Verlaub, das war ein Entscheid von Volk und Ständen. Herr Konrad hat ein seltsames Demokratieverständnis. Übrigens: die Fixierung des Umwandlungssatzes im Obligatorium wurde bei der Schaffung des BVG gerade auf Betreiben der Privatassekuranz eingeführt, die sich gegen noch höhere Umwandlungssätze absichern wollte.
  1. Herr Konrad fordert die „Entpolitisierung der beruflichen Vorsorge“. Sehr richtig. Aber wir erleben es gerade, wie die AHV zum Spielball der Politik wird, indem man sie missbraucht, um einen massiven Raubzug der Grossunternehmungen auf das Steuersubstrat durch die Volksabstimmung zu peitschen.
  1. Die Idee von Herrn Konrad, dass der Gesetzgeber nur ein Leistungsziel vorgeben sollte, statt eines fixen Umwandlungssatzes fürs Obligatorium, ist zuerst einmal gefährlich: das wäre das schlimmste, was den Rentnern passieren könnte. Das würde der Willkür der Privatassekuranz Tür und Tor öffnen. Wer ist schon in der Lage, ein gerechtes Leistungsziel zu formulieren? Wer ist in der Lage, ein solches umzusetzen und wer ist in der Lage, die Einhaltung zu kontrollieren? Zweitens ist die Forderung blauäugig: eine solche Gesetzesänderung würde in jeder Volksabstimmung versenkt.
  1. Ich gehe mit Herrn Konrad und der ASIP einig darin, dass die Diskussionen um die Verknüpfung der Unternehmenssteuerreform mit der AHV die Sanierung der Pensionskassen erschwert. Nur: hat sich die ASIP im Vorfeld des Entscheides der eidgenössischen Räte für die Entkoppelung dieser beiden Themen starkgemacht? Leider nein.

Fazit: Das Interview, das Herr Konrad dem „Bund“ gewährt hat, hat wenig zu tun mit dem Problem der Sanierung von Pensionskassen.

Es ist zu hoffen, dass die Stimmbürgerschaft wenigstens etwas merkt, und den unsauberen Unternehmenssteuerdeal versenkt. Spätestens dann muss die ASIP umdenken und kreativere Vorschläge zur Sanierung der Pensionskassen bringen. Einer davon könnte, in Bezug auf den Kanton Bern sein, die BLVK und die BPK zu fusionieren. Das fordert auch ein vom Grossen Rat 1998 angenommenes Postulat. Ein anderer Vorschlag könnte sein, die freie Wahl der Pensionskasse einzuführen. Etwas Konkurrenz in dieser Branche dürfte den Wettbewerb stärken und die Kassen zu besseren Leistungen anspornen.

Jürg Boss 

Wortmeldung 01

Sollen Rentnerinnen und Rentner wirklich zur Kasse gebeten werden?

Schlagworte, wie „Junge verlieren Milliarden“ oder „Versicherte zahlen derzeit in der Pensionskasse auch Zuschüsse an Rentnerinnen und Rentner“, erscheinen in immer kürzeren Abständen in der Presse. Jährlich seien durchschnittlich
7 Milliarden Franken umverteilt worden, behauptet die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK).

Wie die OAK zu diesen Zahlen kommt, ist nicht transparent.

Es berührt unangenehm wie Rentnerinnen und Rentner in letzter Zeit systematisch als Profitierende des BVG-Systems dargestellt werden. Solchen tendenziösen Behauptungen muss in aller Schärfe entgegengetreten werden:

  1. Tatsache ist, dass Pensionierte ihre Beiträge zur Sanierung der Pensionskasse bereits leisten, indem sie auf Teuerungszulagen verzichten müssen. Wer zwischen 1990 und 2000 in Rente ging, hat heute, trotz tiefer Teuerung, einen Kaufkraftverlust von gegen 10% hinzunehmen. Dieser Verlust wird in den nächsten Jahren noch anwachsen.
  2. Es ist Tatsache, dass die Generation, die zwischen 1950 und 1970 ins Erwerbsleben eingetreten ist, zu einem grossen Teil die Renten der Vorgeneration pensionierter Lehrerinnen und Lehrer solidarisch mitfinanziert hat.
  3. Es verstösst gegen Treu und Glauben einen Vertrag nicht einzuhalten und später an den Renten herumzuschrauben.
  4. Der Zweck der 2. Säule ist vorrangig die Sicherung der Altersvorsorge. Wer an den Renten rüttelt, arbeitet mutwillig an der Zerstörung der 2. Säule!

Aufgrund der hartnäckig anhaltenden Tiefzinsphase setzte sich die BLVK mit Szenarien für Rentenmodelle – Modelle, die für die künftigen Rentenbeziehenden nur Verschlech-terungen bringen – auseinander. Darüber berichtete die BLVK-Hauszeitung „Nexus“ in der Dezember-Ausgabe 2015.

Aufhorchen lässt der Schluss des Berichtes: „Aus der Sicht der Nachhaltigkeit wäre eine Einbindung der bestehenden Renten wünschenswert. Heute ist nach Art. 65d Abs. 3 BVG die Höhe der Renten bei Entstehen des Rentenanspruchs zu gewährleisten. Sie können also nach deren Festlegung nicht mehr nach unten korrigiert werden.

Allerdings: Gesetze lassen sich ändern“ (!)

Es ist unsere Pflicht, gegen einen willkürlichen Rentenklau zu kämpfen.

Jürg Boss

Hier erscheinen in Zukunft weitere Texte unseres Präsidenten Jürg Boss. Der Countdown läuft…

10…9…8…7…6…5…4….3…2…………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

 

Die PVBL Delegiertenversammlung 2018 in Sumiswald
gehört der Geschichte an. Herzlichen Dank der  durchführenden Region für die Vorarbeiten zur DV.
Die nächste DV findet 2019 in Thun statt. 
Ein ausführliches Protokoll der DV Sumiswald findet sich hier

 

Angriff auf bestehende Renten gestoppt

Gemäss Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes können bestehende Renten in der Regel nicht gekürzt werden. Hier geht es zum Beitrag mit einem Link zum  Urteil.

 

Frühpensioniert?
Frühpensionierte Lehrkräfte (Mitglieder von Bildung Bern = EX-„LEBE“) haben die Möglichkeit bei der Solidaritätsstiftung der Gewerkschaft ein Gesuch um einen Beitrag aus dem Stiftungskapital zu erhalten. Details finden sich hier

 

 

NEU: Für Besucherinnen und Besucher der Homepage mit dem Smartphone. WordPress erkennt, ob die Homepage mit dem Smartphone besucht wird.
Die Programmierung bereitet noch Schwierigkeiten. Sollte die Fehlermeldung „404“ Seite nicht gefunden
erscheinen, kann die gesuchte Seite mit der Suchfunktion (Lupe) aufgerufen werden. Am Problem wird gearbeitet.

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